Zeit statt guter Vorsätze

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Zum Jahresanfang stehen für viele von uns Vorsätze im Raum, die angegangen werden sollen. Doch meist sind sie begleitet von leisen oder lauten Selbstzweifeln, ob die Umsetzung überhaupt klappt. Das mögliche Scheitern der neuen Vorsätze, der Veränderung, schwingt schon von Anfang an mit. Eine interessante Frage beim Vorsätzeschmieden wäre daher, ist es überhaupt schon die Zeit für das, was anders werden soll? Denn warum haben wir die Veränderung bisher nicht angegangen?

 

Vielleicht ist es unsere Beziehung mit der Zeit selbst, die uns im Weg steht: Unsere Ungeduld nach dem Motto alles soll anders werden und zwar bitte gleich! Das neue Jahr ist vermeintlich genau das richtige Initial.

Doch was wäre, wenn wir uns Zeit nehmen? Was würden wir statt dem hoffentlich schnellen Ergebnis ohne Garantie auf eine nachhaltige Veränderung entdecken? Was über unsere Wünsche und Sehnsüchte? Was über uns selbst? Vielleicht lernen wir über die mehr versteckten Gründe, warum wir uns eine Veränderung so wünschen, aber sie bisher nicht passiert ist? Vielleicht entdecken wir, dass das, was wir uns vornehmen, noch anders durchdacht werden will, noch andere Aspekte mit einbezogen werden wollen. Vielleicht finden wir heraus, das die gewünschte Veränderung noch gar nicht reif ist, und schon gar nicht in einer Neues-Jahr-Hauruck-Aktion angegangen werden kann.

 

Außerdem welche Veränderung passiert schon im ersten Anlauf? Ohne Scheitern, ohne falsche Abzweigungen, ohne Sackgassen, ohne Selbstzweifel, der sich so oft wie ein roter Faden durch das zieht, was wir uns vornehmen. Als ob genau das zur Veränderung dazugehört. Denn Veränderung passiert sowieso. Immer wieder, jeden Tag treffen wir Entscheidungen, große und kleine, die unser Leben verändern, voranbringen. Doch unser Fokus ist häufig auf dem, was wir noch nicht hinbekommen haben oder wofür wir vielleicht noch nicht bereit sind und für das es gute oder möglicherweise nicht so gute Gründe gibt, es anzugehen.

 

Doch was wäre, wenn wir bei unserer eigenen Geduld in die Lehre gehen? Mit dem Teil von uns, der von ganz allein Veränderungen ihren Lauf lässt und sie entscheidet, wenn es soweit ist. Der sie wachsen lässt, im Vertrauen darauf, dass wir immer dann die Dinge verändern, wenn sie reif und wir selbst bereit dazu sind?

 

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